Freitag, 24. März 2017

Der geschenkte Gaul

Ein Pferd (das Pferd, -e)
Foto: Johanna Rautio / Wikimedia Commons

Das ist ein Pferd.
Man kann auch sagen: Ein Gaul.

Wie alt ist dieses Pferd?
Ist es noch jung und stark?
Oder ist es schon alt?

Das Alter von einem Pferd sieht man an den Zähnen.
Wenn das Pferd jung ist, sind die Zähne lang und hell.
Wenn es alt ist, sind die Zähne kurz und dunkel.

Jemand kauft ein Pferd. Er schaut dem Pferd ins Maul.
Skulptur: Giuseppe Roverso.
Foto: Brbbl / Wikimedia Commons.

Wenn man ein Pferd kauft, 
dann schaut man in sein Maul.
Man schaut die Zähne an.
So findet man ein Pferd, das noch jung ist.

Und ... wenn man ein Pferd geschenkt bekommt?

Pferde. Sie sind als Geschenk verpackt.
Skulptur: Heinrich Schwarz
Foto: Anaconda 74 / Wikimedia Commons

Vielleicht ist das Pferd nicht mehr jung.
Aber man kann trotzdem noch darauf reiten.

Soll man dem Geber sagen:
"Dieses Pferd ist zu alt -
Gib mir ein anderes!"
?
Das geht nicht.
Damit kränkt man den Geber.

Also nimmt man das Geschenk an und sagt nur:
"Vielen Dank, Onkel Fritz!"

Deshalb gibt es das Sprichwort
"Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul."

Es bedeutet:
Über ein Geschenk soll man nichts Schlechtes sagen. 


Wortliste
das Pferd,-e = Tier. Siehe Bild.
der Gaul, ̈-e = Pferd. Dieses Wort benutzt man jetzt nicht mehr oft.
stark = so, dass es viel Kraft hat / so, dass es viel arbeiten kann.
das Maul, ̈-er = der Mund von einem Tier.
geschnkt bekommen = als Geschenk bekommen.
reiten, rtt, (ist) gertten = auf einem Pferd sitzen. 
der Geber = Person. Sie gibt oder schenkt eine Sache.
jemanden kränken = jemanden traurig machen / jemanden beleidigen.
nnehmen, nahm n, (hat) ạngenommen = etwas nehmen, das eine Person einem gibt (zum Beispiel einen Brief oder ein Geschenk).
das Sprchwort, ̈-er = ein Satz. Er sagt etwas, das viele Leute wissen. Viele Leute kennen diesen Satz. Man benutzt ihn immer wieder. 
über ~ etwas Schlchtes sagen = sagen, dass ~ nicht gut ist


Liebe Leserinnen, liebe Leser,
gibt es in ihrem Land auch so ein Sprichwort?
Schreiben Sie einen Kommentar!
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Samstag, 11. März 2017

Die Sonntagsfrage


Jetzt hört man oft den Ausdruck Sonntags·frage,
zum Beispiel in den Nachrichten.
Er steht auch oft in der Zeitung. 
Was bedeutet er?
Was ist eine Sonntagsfrage?

Ist es vielleicht eine von diesen Fragen:
"Gehen Sie am Sonntag in die Kirche?"
"Was gibt es am Sonntag zum Mittag·essen?"
"Kann ich am Sonntag im Bett bleiben?"

Diese Fragen fallen mir als erstes zum Thema Sonntag ein....
Aber Die Sonntagsfrage ist etwas anderes.


Ein Interview (das Interview, sprich: nterwju) auf der Straße.
Meinungsforscher machen auch Interviews. Aber sie benutzen dafür das
Telefon.  Foto: Manuel Schneider(bla)(+/-) / Wikimedia Commons



Der Ausdruck Sonntagsfrage kommt aus der Meinungs·forschung.

Und die Frage lautet in leichter Sprache:

"Stellen Sie sich vor: Am nächsten Sonntag sind Wahlen.
Welche Partei wählen sie dann?"


In schwerer Sprache heißt die Frage so:
"Welche Partei würden Sie wählen, wenn am Sonntag Wahlen wären?"  

Ergebnisse der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl 2013.Die Buchstaben sind verschiedene Meinungs·forschungs·institute.
(A heißt Allensbach, E heißt EMNID, F heißt FORSA u.s.w...)
Bild: EITres / Wikimedia Commons

Im Herbst sind in Deutschland Wahlen.
Wir wählen einen neuen Bundes·tag.

Welche Partei wird gewinnen?
Wie sieht die Regierung dann aus?
Darüber denken wir jetzt sehr viel nach.

Deshalb hört man den Ausdruck "Sonntagsfrage" so oft.    


Wortliste
die Nachrichten (nur Plural) = die Neuigkeiten / die Informationen im Radio und im Fernsehen.

die Krche, -n = ein großes Haus. Oft hat es einen Turm. Christen beten dort. 
einfallen, fiel ein, ist eingefallen = plötzlich an etwas denken.
das Thema (die Themen) = Die Sache, über die man spricht oder schreibt.
die Meinung, -en = das, was eine Person über eine Sache denkt.
der Meinungsforscher, - = Person. Sie fragt viele Leute, was sie denken. Dann schreibt sie einen Bericht. Darin steht: Wieviele Menschen denken so, und wieviele Menschen denken etwas anderes.
die Meinungsforschung (nur Singular) = die Arbeit von einem Meinungsforscher.
die Frage lautet ....= die Frage heißt:... / die Frage ist:...
sich etwas (Akk.) vorstellen ein Bild von etwas im Kopf haben.
die Wahl, -en = die Entscheidung zwischen zwei oder mehr Möglichkeiten. Wenn es um Politik geht, sagt man oft "Wahlen" (im Plural).
die Partei, -en = Gruppe von Leuten. Sie machen Politik. Große Parteien in Deutschland sind jetzt die CDU, die CSU; die SPD, die Grünen, die Linke und die AfD. 
der Bndestag (nur Singular) = Das deutsche Parlament.
die Regierung, en = Gruppe von Personen. Sie bestimmen vier Jahre lang die Politik in einem Land und entscheiden wichtige Dinge.
nachdenken, dchte nach, hat nachgedacht = lange und gründlich denken.  

Wann sind wieder Wahlen in Ihrem Land?
Gibt es in Ihrer Sprache auch ein Wort wie Sonntagsfrage?
Schreiben Sie einen Kommentar.
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Samstag, 25. Februar 2017

Heinrichs Löwe


 
Der Löwe vor der Burg von Braunschweig.
Foto: Losch / Wikimedia Commons

 
Kennen Sie die Stadt Braunschweig?
In ihrer Mitte steht ein Löwe aus Bronze.
Er ist das Wahr·zeichen von Braunschweig.

Im Jahr 1166 ließ ein Herzog ihn aufstellen.
Er war sehr reich und mächtig.
Sein Name war Heinrich der Löwe.  
Heinrich
Bei Braunschweig hatte Heinrichs Familie viel Land.
Dort ließ er seine Burg bauen.
Und vor die Burg stellte er seinen Löwen.  

Der Löwe ist fast einen Meter achtzig hoch
und über zwei Meter lang.

So eine Figur draußen im Freien - das war neu.
Und solche Figuren gab vorher nur für Kirchen.   
Heinrichs Löwe war das erste Denk·mal in Deutschland. 

Im 19. und 20. Jahrhundert machte man Kopien von dem Löwen.
Die Kopien waren für die Städte Ratzeburg und Lübeck. 
Dort hatte Heinrich große Kirchen bauen lassen.
Die Kopien stehen vor diesen Kirchen als Denkmäler für Heinrich.

im neunzehnten/zwnzigsten
Rtzeburg / Lübeck   

Heinrichs Löwe in Gefahr


Zwei Mal war Heinrichs Löwe in Gefahr. 

Das erste Mal war im Jahr 1812.
Napoleon hatte große Teile von Deutschland besiegt.
Jetzt wollte er nach Russland. 
Er brauchte Bronze für Kanonen. 
Und der Löwe ist aus Bronze...
Eine Kanone (die Kanone, -n)
Foto: Hmaag / Wikimedia Commons


Friedrich Henneberg rettete den Löwen.  
Friedrich Hnneberg
Er war Verwaltungs-Chef in Braunschweig.
Er sagte:
Wenn jemand den Löwen anfasst,
dann lasse ich alle Glocken läuten 
und rufe die Bürger zusammen!  
So blieb der Löwe in Braunschweig.

Glocken (die Glcke, -n)
Foto: Ken Heaton / Wikimedia Commons


Das zweite Mal war im Jahr 1943.
Das war im zweiten Welt·krieg.
Die Nazis wollten den Löwen nach Schlesien bringen
und dort verstecken.

Diesmal rettete Kurt Seeleke den Löwen.
Er war in Braunschweig für die Denkmäler zuständig.
Krt Seeleke
Seeleke wusste: Es gibt eine Kopie von dem Löwen.
Er schickte die Kopie nach Schlesien
und versteckte Heinrichs Löwen in der Nähe von Braunschweig.


Nach dem Krieg holten die Braunschweiger Heinrichs Löwen zurück. 
Und die Kopie in Schlesien
Sie war verloren.
Schlesien gehörte nicht mehr zu Deutschland.  

Heinrichs Löwe heute

 
Was Napoleon und die Nazis nicht schafften,
das hätte die Luft·verschmutzung beinahe erledigt:
Sie beschädigte die Bronze.

Ab dem Jahr 1980 durfte der Löwe nicht mehr im Freien stehen.
Vor der Burg von Braunschweig steht heute eine Kopie.
Aber in der Burg gibt es ein Museum,
und dort ist Heinrichs Löwe jetzt.   



Heinrichs Löwe im Museum.
Foto: Daderot / Wikimedia Commons


Wortliste
der Löwe, -n = Tier. (siehe Bild)
die Bronze (sprich: Brongse. Nur Singular) ein Metall. Es ist braun.
das Wahrzeichen, - = ein Gebäude oder eine große Figur. Wenn man es sieht, denkt man sofort an diese Stadt. Zum Beispiel: Der Eiffelturm ist das Wahrzeichen von Paris. 
der Hrzog, ̈-e = ein Adliger. Er kommt gleich nach dem König.
aufstellen = eine Sache an einen bestimmten Platz stellen und dort lassen. 
lssen, ließ, gelssen  = (hier:) machen, dass jemand etwas tut / jemandem sagen, dass er etwas tun soll. 
aufstellen lssen = (hier:)jemandem sagen, dass er den Löwen aufstellen soll.
bauen lssen  = jemandem sagen, dass er ein Haus bauen soll.
reich sein = sehr viel Geld haben.
mächtig sein = tun können, was man will, und anderen Leuten sagen können, was sie tun sollen.
Bayern /Schsen  = deutsche Länder. 
Lnd (nur Singular) haben = Ein Gebiet haben, Wälder und Wiesen und Felder haben.
die Burg, -en = Ein Gebäude. Es ist sehr groß und seine Mauern sind sehr dick. In einer Burg ist man sicher.
fst = nicht ganz.
über = mehr als. 
die Figur, en = eine Form von einem Menschen oder einem Tier. 
im Freien = unter dem Himmel / nicht in einem Haus.
die Kirche, -n = ein Haus. Christen beten darin. 
das Dnkmal, ̈-er = eine Figur zur Erinnerung an einen Menschen / Ein Gebäude, das an die Geschichte erinnert. 
das Jahrhundert, - e = 100 Jahre. 
die Kopie, -en = ein Ding. Es ist neu. Es sieht so aus wie ein anderes Ding, das schon vorher da war. 

Heinrichs Löwe in Gefahr 
die Gefahr, en = Situation, in der man sterben oder sehr krank werden kann.
besiegen = mit jemand kämpfen, stärker sein als der andere und gewinnen.
rtten = jemandem helfen, der in großer Gefahr ist. 
die Verwltung, -en = die Behörden, die Ämter.
der Chef, -s (sprich: Schf) = Person. Sie steht ganz oben in einer Firma oder einer Behörde.
nfassen = berühren / die Hand daran legen.
läuten = mit einer Glocke (siehe Bild) Lärm machen.
der Bürger, - = Person. Sie lebt in einer Stadt oder einem Land.
der zweite Weltkrieg = der Krieg von 1939-1945. 
die Nazis = die Leute von Adolf Hitler. Von 1933 bis 1945 waren sie die Chefs von Deutschland.
regieren = in einem Land sagen, was die Leute tun sollen / der Chef in einem Land sein.
Schlesien = Land. Es war vor dem Krieg ein Teil von Deutschland. Jetzt ist es in Polen und Tschechien.
verstcken = machen, dass niemand es sehen kann.
für etwas zuständig sein = sich um etwas kümmern müssen / für etwas sorgen müssen. 
heimlich = so, dass es niemand sieht oder hört. 


Heinrichs Löwe heute

schffen = tun können.
erledigen = fertig machen, eine Arbeit beenden.
hätte erledigt = es war möglich, dass es erledigt wurde. Aber es ist doch nicht passiert.
die Lftverschmutzung = Rauch und andere Sachen in der Luft, die Menschen krank machen können.
beschädigen = langsam kaputt machen.
das Museum, die Museen =  Haus. Man bezahlt Geld und geht hinein. Dort kann man schöne und interessante Dinge sehen.
 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Wer hat in Ihrem Land ein Denkmal gerettet?
Warum war es in Gefahr?
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