Montag, 14. August 2017

Ibycus und die Kraniche

Heute stelle ich ein Gedicht von Friedrich Schiller vor. 
Es erzählt eine Geschichte:
Die Geschichte von Ibycus und den Kranichen.


Friedrich Schịller
Ibycus (sprich: Ibikus) - Name
Korinth (sprich: Kornt) - Stadt in Griechenland. 


Ein Kranich (der Kranich, -e).
Gemälde: Johann Friedrich Naumann, 1899.
Foto: Wikimedia Commons

In der Stadt Korinth gibt es ein Fest.
Alle Griechen sind eingeladen.

Auch Ibycus geht nach Korinth.
Er will auf dem Fest singen.
Ibycus ist ein Sänger.
Die Leute sagen:
Ibycus singt sehr schön.
Die Götter lieben ihn.

Ibycus lebt in Italien.
Sein Weg nach Korinth ist sehr weit.
Oft sieht er Kraniche.
Sie fliegen in Gruppen nach Süden. 
Sie rufen laut. 

Eine Gruppe Kraniche fliegt.
Foto: Bdf Bdf / Wikimedia Commons.


Ibycus liebt Kraniche.



Im Wald vor Korinth



Ein Wald (der Wld, ̈-er)
Foto: Walter J. Pilsak / Wikimedia Commons

 
Bald ist Ibycus in Korinth.
Vor der Stadt ist ein Wald.
Der Wald ist groß und dunkel.

Ibycus geht durch den Wald.
Niemand ist da.
Nur die Kraniche rufen manchmal.
Ibycus singt.

Da kommen zwei Männer.
Ibycus denkt:
Die Männer sehen nicht freundlich aus.
Was wollen sie von mir?

Die Männer schlagen Ibycus.
Ibycus ruft:
Hilfe! Hilfe!
Aber niemand hört ihn.
Niemand ist da.

Ibycus wehrt sich.
Aber die Männer sind zu zweit.
Und Ibycus ist nicht stark.
Er ist ein Künstler, kein Soldat.
Die Männer sind stärker als er.

Ibycus fällt auf den Boden.
Er sieht nichts mehr.
Aber er hört etwas:
Am Himmel sind Kraniche.

Ibycus ruft:
Ihr Kraniche, hört mich!
Diese Männer töten mich.
Ich sterbe.
Ich kann nicht mehr erzählen, was passiert ist.
Erzählt meine Geschichte und rächt mich!
der Soldat, -en = Person. Sie kämpft im Militär.  
rächen = eine böse Tat bestrafen.
sich wehren = einen Angreifer abhalten.
zu zweit = so, dass 2 Personen zusammen sind.
der Künstler, - = Person. Sie macht Musik, malt oder spielt Theater.
der Hmmel, - = der Raum über uns. Dort sind Sonne und Mond.



In der Stadt


Die Stadt Korinth ist voll.
Alle wollen zu dem Fest.
die Leute kommen aus vielen Ländern.
Wer kann sie zählen?

Wer kennt ihre Namen?
Niemand.
Es sind zu viele.


Die Menschen sind sehr aufgeregt.
Sie sagen:
Habt ihr es schon gehört?
Ibycus, der Sänger, ist tot.
Er liegt im Wald.
Jemand hat ihn ermordet!

Wer war das wohl?
Wer hat Ibycus ermordet?
Niemand weiß es.
Aber vielleicht ist der Mörder hier in Korinth
und niemand erkennt ihn!

aufgeregt = so, dass man voll Angst und Emotionen ist.
ermrden = einen Menschen mit Absicht töten.
der Mörder, - = Substantiv von: ermorden. 
erknnen, erknnte, erknnt = jemanden sehen
und wissen, wer er ist.



Im Theater

Das Theater (das Theater, -) in der Stadt Epidauros in Griechenland.
Foto: Merlin (?) / Wikimedia Commons

Es wird Abend.

Alle Leute gehen ins Theater.
Dort beginnt das Fest.

Das Theater ist sehr groß.
Und es ist sehr laut.
Alle Leute reden.

Dann wird es still. 
Das Spiel beginnt.

Der Chor kommt heraus.
Es sind Frauen mit Fackeln.
Sie gehen sehr langsam.
Ihre Kleider sind schwarz.
Ihre Gesichter sieht man nicht.
Sie sehen größer aus als Menschen.

Frauen mit Fackeln (die Fckel, -n) im Theater.
Foto: Raulsirio / Wikimedia Commons.

Langsam gehen sie durch das Theater.
Dann sprechen sie:

Wir sind die Rache-Göttinnen.
Wir kennen Euch.
Wir wissen alles über Euch.
Wir wissen, wer gut ist.
Wir wissen, wer schlecht ist.

Die Guten können ruhig sein.
Die Schlechten müssen Angst haben.
Wir finden sie.
Wir folgen ihnen.
Sie werden nie mehr Ruhe haben!

Im Theater ist es ganz still.
Niemand bewegt sich.

Plötzlich ruft jemand ganz oben:
Timotheus! Sieh! Die Kraniche von Ibycus!

Der Himmel wird schwarz.
Eine Gruppe Kraniche fliegt über das Theater.


Timothe´us = Name.

 
Foto: Andreas Trepte, Wikimedia Commons


Die Leute im Theater werden unruhig.
Alle fragen:
Wer hat dort von Ibycus gesprochen?
Was haben die Kraniche mit Ibycus zu tun? 

Die Leute schauen nach oben.

Die Mörder sagen nichts mehr.
Aber ihre Gesichter sind ganz weiß.
Die Leute erkennen sie.
Sie rufen:
Das wart ihr!
Ihr habt gerade gesprochen!
Was habt ihr mit Ibycus zu tun?
Antwortet!

Die Leute packen die Mörder
und bringen sie vor den Richter.
Die Mörder gestehen den Mord.

Die Kraniche haben Ibycus gerächt.
stll = ruhig /leise.
das Spiel, e = (hier:) das Schauspiel / das Theaterstück.
der Chor, ̈-e = (im Theater:) Eine Gruppe von Leuten.
Sie sprechen zusammen einen Text.
die Rache = Substantiv von: rächen.
die Göttin, -nen = Weiblicher Gott.
folgen = nachgehen.
der Rchter, -  = Person. Sie kennt die Gesetze und
bestraft schlechte Menschen.
pcken = anfassen und sehr fest halten.
gestehen, gestnd, gestnden = sagen, dass man etwas Schlechtes getan hat.




Friedrich Schiller und die Geschichte von Ibycus



Friedrich Schịller (1759-1805)
Bild: Ludovike Simanowitz, 1794 (neue
deutsche Biographie). Foto: Wikimedia Commons

 

Die Geschichte von Ibycus kommt aus Griechenland.
Sie ist sehr alt.
Friedrich Schiller hat sie neu erzählt. 
Er hat sie als Ballade aufgeschrieben.
Das war im Jahr 1798.


Viele Leute in Deutschland kennen die Geschichte von Ibycus.
Aber sie kennen nicht das Original,
sondern Schillers Ballade. 

Das Original und die Ballade sind sehr ähnlich.
Aber es gibt einen Unterschied!

Das Original geht so:

Die Mörder sitzen im Theater.
Sie sprechen über Ibycus und die Kraniche.
Jemand hört sie
und geht zur Polizei.
Das Theater ist dabei nicht so wichtig.


Aber bei Schiller ist das Theater wichtig:

Das Spiel packt die Leute.
Sie werden ganz still.
Sie sind sehr bewegt.
Die Mörder auch.
Nur deshalb machen sie einen Fehler.

Schiller wollte zeigen:
Kunst ist wichtig.
Sie bewegt Menschen.
Sie kann Menschen zur Wahrheit führen. 

Diese Botschaft war Schiller sehr wichtig.
Viele Leute sagen:
"Die Kraniche des Ibycus" ist Schillers schönste Ballade.
 
die Ballade, -n = Gedicht. Es erzählt eine Geschichte
mit Anfang, Mitte und Ende.
das Original, -e = Die Sache, die zuerst da war. 
bewegt = so, dass man starke Gefühle hat.
die Knst, e = Theater, Malerei, Musik, Dichtung u.s.w.
die Wahrheit, -en = das, was richtig ist / das, was wirkich stimmt.
die Botschaft, -en = die Information.
das war Schiller wichtig = das war für Schiller wichtig.


Sonntag, 13. August 2017

Ein Gedicht von Joachim Ringelnatz

Liebe Leute, 
dieses Gedicht habe ich vor vier Wochen schon einmal gepostet.
Aber mein Text gefällt mir nicht mehr.
Deshalb habe ich ihn neu gemacht.  
;-)


Die Sommerferien sind bald vorbei.
Sind Sie verreist?
Haben Sie etwas Neues gesehen und gehört?

Oder haben sie es so gemacht wie diese zwei Ameisen?

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona, auf der Chaussee,
da taten ihnen die Beine weh.
Und da verzichteten sie weise
dann auf den letzten Teil der Reise.
 Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Zwei Ameisen (die Ameise, -n) 
Bilder:  tuxpaint / Wikimedia Commons

Smmerferien (nur Plural) = Zeit im Sommer. 
Kinder müssen dann nicht zur Schule gehen. 
verreisen = eine Reise machen / in Urlaub fahren
ltona = Stadt. Heute ist Altona ein Teil von Hamburg.
Chaussee = [Französisch. Sprich: Schossee]
weh tun = schmerzen 
auf etwas verzchten = etwas haben oder tun wollen 
und es dann doch nicht nehmen, oder nicht tun.
weise = sehr klug und erfahren.
 

Der Dichter: Joachim Ringelnatz


Joachim Rngelnatz (1883-1934)
Foto: Wikimedia Commons

Joachim Ringelnatz hatte in seinem Leben viele Probleme -
zuerst in der Schule 
                        und dann bei der Arbeit. 
Er wurde See·mann, Kauf·mann, Arbeiter und Büro-Angestellter.
Aber er hielt es nirgends lange aus.
Die Disziplin im Arbeits·leben war ihm zu hart.
Und die Vorgesetzten waren ihm zu aufgeblasen.

Zeichnung: Joachim Ringelnatz.
Foto: Wikimedia Commons

Aber dann wurde er als Künstler berühmt.
Seine Auftritte waren sehr komisch.
Die Leute liebten sie.

Er hatte auch Erfolg mit Bildern und Büchern.



Ein Buch. Joachim Ringelnatz hat es geschrieben und gezeichnet.
Foto: Wikimedia Commons

Seine Gedichte sind voll Ironie und Kritik, aber lustig.
Bis heute sind sie sehr bekannt.

Das Gedicht von den Ameisen ist am bekanntesten.


Wortliste
der Seemann, ̈-er  = Person. Sie arbeitet auf einem Schiff.
der Kaufmann, ̈-er (oder: die Kaufleute) = Person. Sie kauft und verkauft Sachen.
der Arbeiter, - = Person. Sie arbeitet mit den Händen.
der Büro-Angestellte, -n = Person. Sie arbeitet in einem Büro.
nirgends = an keinem Ort.
aushalten, hielt aus, ausgehalten = Schmerzen oder Probleme ertragen.
etwas nicht lange aushalten = (hier:) die Arbeit nicht lange machen.
diszipliniert  =  so, dass man Regeln einhält und immer tut, was wichtig ist.

die Disziplin (hier nur Singular) = Substantiv von: diszipliniert.
der Vorgesetzte, -n = Der Chef bei der Arbeit oder beim Militär.
aufgeblasen = so, das man denkt: "Ich bin sehr wichtig. Ich kann alles sehr gut. Andere Menschen können viel von mir lernen."
er ist mir zu aufgeblasen = ich denke, er ist zu aufgeblasen.
der Künstler, - = Person. Sie malt oder macht Musik oder spielt im Theater als Beruf.
berühmt = so, dass alle Leute einen kennen und über einen sprechen. 
auftreten = sich vor Leute stellen und singen, Musik machen oder Theater spielen.
der Auftritt, -e = Substantiv von: auftreten.
Erfolg haben (mit etwas) =  eine Sache so machen, dass die Leute mehr wollen/ Mit einer Sache Geld verdienen können.
lstig = so, dass man lachen muss.

ironisch = so, dass man etwas sagt, aber das Gegenteil meint.
die Ironie = (nur Singular, Substantiv von ironisch)
kritisieren = sagen, dass jemand etwas falsch macht.
die Kritik, -en = Substantiv von: kritisieren.


Was denken Sie über dieses Gedicht? 
Hinterlassen Sie einen Kommentar!
⇓ ⇓ ⇓ 


Donnerstag, 22. Juni 2017

Die Linden blühen



Eine Linde (die Lnde, -n)
Foto: Dehio / Wikimedia Commons


Das ist eine Linde.
Sie blüht.

Das kann man nicht gut sehen,
denn Lindenblüten sind sehr klein.

Aber man kann es riechen.
Lindenblüten riechen sehr gut.


Linden·blüten (die Blüte, -n)
Foto: Stan Shebs / Wikimedia Commons


Und ...
man kann es auch hören!
Stellen Sie sich unter eine Linde.
Hören Sie das?
Im Baum summt es.
Das sind Bienen.

 
Eine Biene (die Biene, -n) auf einer Blüte
Foto: mhx / Wikimedia Commons



Wenn ich Lindenblüten rieche
und die Bienen im Baum höre,
dann weiß ich:
Jetzt ist der Sommer da. 


Linden·blätter und -blüten.
Aus Reitter/Abel: Holzarten.
Wikimedia Commons




Wortliste
blühen = (Pflanzen:) die Blüten aufmachen.
etwas riechen = etwas mit der Nase bemerken.
riechen = Duft abgeben.
summen = (Menschen:) den Mund zu machen und lange ein Geräusch machen / (Tiere:) lange und leise ein Geräusch machen (Beispiel: "die Mücken summen").



Liebe Leserinnen, liebe Leser, 
woran merken Sie, dass der Sommer da ist?
Schreiben Sie einen Kommentar!
Hier unten ist Platz: ⇓

Sonntag, 11. Juni 2017

Netflix und chillen?


Ich lerne koreanisch.
Dazu benutze ich einen Kurs im Internet.
Die Lektionen sind sehr kurz.
Manchmal lernt man nur einen einzigen Satz. 
Letzte Woche war es der Satz: 
"Netflix und chillen?".

Auf koreanisch sagt man dazu:
"Möchtest Du Instant-Nudeln, bevor du gehst?"

Instant-Nudeln (sprich: nstent-Nudeln)(nur Plural)
Foto: William Christiansen / Wikimedia Commons


Ich habe erst mal gar nichts kapiert.
Klar, auf Netflix kann man Filme anschauen.
Und chillen, das heißt "nichts tun" oder "ausruhen".
Aber was hat das mit Nudeln zu tun?

Vielleicht lachen Sie jetzt.
Aber ich bin fast 60.
Und den Ausdruck "Netflix und chillen" kannte ich nicht.

Ich habe im Urban Dictionary nachgeschaut.
Da musste ich auch lachen.

Eine Tasse Kaffee
Foto: Julius Schorzman / Wikimedia Commons

In meinem Alter sagt man statt "Netflix und chillen":
"Kommst Du noch rauf auf eine Tasse Kaffee?"

Und als meine Eltern jung waren, hieß es:
"Möchtest Du meine Briefmarkensammlung sehen?"


Eine Brief·marken·sammlung (die Briefmarkensammlung, -en)
Foto: M. Kirchherr / Wikimedia Commons



Wortliste
Ntflix und chillen? [sprich: ntflix und tschllen] = (Jugendsprache) "wollen wir Sex haben?"
einzig = allein / nichts anderes als das.
erst ml = (Umgangssprache) zuerst/ am Anfang.
kapieren = (Umgangssprache) verstehen.
Urban Dictionary [sprich: Örben Dktschonäri] = Wörterbuch im Internet. Dort findet man Ausdrücke aus der Jugend-Sprache.
in meinem lter = wenn man so alt ist wie ich.
stạtt = an der Stelle von (das heißt: man sagt nicht "Netflix und chillen", sondern "kommst Du noch rauf auf eine Tasse Kaffee?"
rauf =  (Umgangssprache)  herauf / hinauf.

Ausdrücke:
Was hat das mit .... zu tun? = Diese beiden Sachen passen doch nicht zusammen! 
Kommst Du noch mit rauf? = Kommst Du noch mit mir in meine Wohnung (die oben im Haus ist)?

Liebe Leserinnen, liebe Leser, 
wie sagt man "Netflix und chillen" in Ihrer Sprache?
Schreiben Sie einen Kommentar!
Hier unten ist Platz: ⇊






Mittwoch, 31. Mai 2017

Tomaten auf dem Friedhof


Ein Grab (das Grab, ̈- er).
Foto: GrzegorzPetka / Wikimedia Commons



In der Stadt Neuburg hat ein Ehepaar gelebt.
Sie sind schon alt gewesen.
Ihre Enkelin hat sie gerne besucht.
Zusammen haben sie oft im Garten gearbeitet.
Neuburg
Das Ehepaar ist gestorben.
Die Enkelin hat auf dem Grab Tomaten gepflanzt.
Da hat sie Probleme bekommen,
denn die Stadt Neuburg hat gesagt:
Auf einem Grab darf man nur Blumen pflanzen.
Gemüse ist nicht erlaubt.
Die Tomaten müssen weg!

Die Enkelin hat gesagt:
Die Tomaten erinnern mich an meine Großeltern.
Sie erinnern mich an unsere Arbeit im Garten.
Diese Erinnerung ist sehr schön.
Und Tomaten passen besser zu dieser Erinnerung als Blumen. 

 
Tomaten (die Tomate, -n)
Foto: Rasbak / Wikimedia Commons

Das war vor einem Jahr. 
Die Geschichte stand in ganz Deutschland in der Zeitung.
Viele Leute dachten:
Warum soll man auf einem Grab keine Tomaten pflanzen?
Es ist zwar nicht üblich,
aber es stört doch auch niemanden.
Warum muss es eine solche Regel geben?

In der Stadt Neuburg hat man lange nachgedacht.
Es hat ein Jahr gedauert.
Aber diese Woche hat man entschieden:

Auf unserem Friedhof darf man in Zukunft auch Obst und Gemüse pflanzen.

:-)
Na also. Geht doch!


Wortliste
der Friedhof, ̈- e = Ort. Dort sind viele Gräber.

das Ehepaar, -e = Zwei Menschen. Sie sind verheiratet.
sterben, starb, gestrben = vom Leben zum Tod gehen.
pflnzen = eine Pflanze in die Erde tun, damit sie dort groß wird. 
erlaubt = so, dass man es tun darf.
ernnern = machen, dass man an etwas denkt.
die Ernnerung, en = der Gedanke an etwas, was früher passiert ist.
in der Zeitung stehen = in der Zeitung sein.
zwar .... aber.... = Es ist so, aber ....
üblich sein = normal sein / immer so sein.
stören = so sein, dass Leute es nicht mögen. Zum Beispiel: Der Lärm stört die Nachbarn.
entscheiden, entschied, entschieden = von mehreren Möglichkeiten eine auswählen.

Ausdrücke
die Tomaten müssen weg = man muss die Tomaten weg nehmen.
Warum muss es eine solche Regel geben? = Wer braucht diese Regel? (Niemand braucht sie!)
Na also, geht dch! =  Das sagt man, wenn jemand eine einfache Sache zuerst nicht kann und dann doch schafft.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Wie sehen Friedhöfe in Ihrem Land aus?
Welche Regeln gibt es dort? 
Schreiben Sie einen Kommentar!
Hier unten ist Platz: ⇊ 

Freitag, 12. Mai 2017

Wie schön, dass Du geboren bist!

Wenn jemand Geburtstag feiert, dann singen wir meistens
"Happy Birthday to you".
oder
"Wie schön, dass Du geboren bist!"
Dieses Lied hat Rolf Zuckowski geschrieben.


Rlf Zuckwski im Jahr 2015.
Er hat eine Gitarre (die Git
rre, -n) in der Hand.
Foto: Frank Schwichtenberg/ Wikimedia


Rolf Zuckowski ist ein Lieder·macher. 
Das Besondere an ihm ist,
dass er Lieder für Kinder macht.

In den 1960er Jahren war Rolf Zuckowski ein Junge.
Sein Vater schenkte ihm eine Gitarre. 
Einige Jahre lang spielte er in der Schul-Band.

Dann bekam er selbst Kinder.
Er schrieb Lieder für sie.
Diese Lieder sang er auch auf der Bühne.
Einige davon wurden sehr beliebt.
Sie wurden zu Volks·liedern.

Aber das war erst der Anfang!
Bald schrieb Rolf Zuckowski auch ganze Musicals für Kinder.
Zum Beispiel "Rolf Zuckowskis Vogel·hochzeit".

"Die Vogelhochzeit" ist eigentlich ein Volkslied:
Sein Inhalt ist einfach:
Zwei Vögel heiraten,
und viele andere Vögel feiern mit.
Die Melodie ist kurz und lustig. 


Die Melodie (die Melodie, -en) von dem Lied "Die Vogelhochzeit"
Unter der Melodie steht der Text (der T
xt, -e).
Datei: Rainer Lewalter

Rolf Zuckowski hat dieses Lied genommen 
und erweitert.
Jetzt hat jeder Vogel eine eigene Melodie
und einen eigenen Text. 
So können viele Kinder bei dem Musical mit·machen.
Das macht großen Spaß.



Der Drache (der Drche, -n) Tabaluga.
Hier als Figur in der Stadt Erfurt.

Jøra / Wikimedia Commons.


Vielleicht kennen Sie auch Tabaluga?
Tabaluga ist ein Drachen·kind.
Er erlebt viele Abenteuer
und denkt über die Welt nach.
Der Sänger Peter Maffay singt die Geschichten von Tabaluga
als Rock-Musicals für Kinder.

Peter Mffay singt Rock·musik auf einer Bühne (die Bühne, -n).
Foto: Hamster3 / Wikimedia

Viele Künstler arbeiten an den Musicals mit.
Rolf Zuckowski ist einer von ihnen.
Kinder lieben die Geschichten
und singen die Musik nach.



Was ich an Rolf Zuckowski mag


Als Rolf Zuckowski ein junger Mann war, 
war ich ein Kind.

Ich habe gerne gesungen.
Aber Volkslieder waren in Deutschland nicht beliebt. 
Viele Leute sagten:

Volkslieder sind alt·modisch.
Sie erzählen nur von der "guten alten Zeit". 
Das ist kitschig,
denn die alte Zeit war nicht immer gut!

Außerdem haben die Nazis immer Volkslieder gesungen. 
Damit haben sie die Leute zusammen gebracht.
Dann haben sie zusammen Verbrechen begangen.

Deshalb sind Volkslieder dumm und gefährlich.
Man sollte sie nicht mehr singen!


Das war zwar falsch,
denn viele Volkslieder erzählen versteckt von Problemen
und vom Wunsch nach Gerechtigkeit.

Aber trotzdem:
Zuhause und in der Schule hat man nicht mehr viel gesungen.

Wolf Zuckowski hat sich um diesen Trend nicht gekümmert.
Er hat immer wieder Lieder geschrieben.
Ihre Texte sind modern.
Ihre Melodien sind einfach und lustig.
Und Wolf Zuckowski ist auch politisch aktiv.
Er engagiert sich gegen Neo·nazis.

So haben viele Leute gesehen:
Singen macht Spaß.
Und Singen muss nicht altmodisch und reaktionär sein. 


Heute hat Rolf Zuckowski Geburtstag.
Er wird 70 Jahre alt.
Und ich denke: 

Wie schön, dass Du geboren bist!

http://static.universal-music.de/asset_new/404345/779/view/Wie-schoen--dass-du-geboren-bist.jpg



Wortliste: 
das Besndere an ihm = das, was ihn von vielen anderen Personen unterscheidet. 
die 1960er Jahre (neunzehnhundertsechziger Jahre) = die Jahr von 1960 bis 1969.
die Schul-Band,-s (lies: schulbänd) = Mehrere Schüler. Sie machen zusammen Musik.
die Bühne, -n = der Ort, wo ein Künstler auftritt.(siehe Bild
Kinder bekmmen, bekam, (hat) bekmmen = Vater oder Mutter werden.
beliebt = so, dass es vielen Leuten gefällt.
das Vlkslied, -er = ein Lied, das viele Leute kennen und singen.
das war erst der Anfang! = danach ist noch viel mehr passiert!
das Musical, -s (lies: mjusikel) = eine Geschichte aus mehreren Liedern, die auf der Bühne gespielt wird. 
eigentlich ...= wenn ich genau darüber nachdenke, muss ich es so sagen:  
erweitern = größer machen / Mehr Inhalt dazu tun.
erleben = bei einer spannenden Sache dabei sein / eine spannende oder aufregende Geschichte passiert einem.
das Abenteuer, - =  eine spannende, aufregende oder gefährliche Sache.
nachsingen, sang nach, nachgesungen = hören und dann selbst singen.

Was ich an Rolf Zuckowski mag

ltmodisch = so, dass es nicht mehr modern ist.
ktschig = mit Absicht so gemacht, dass Leute starke Gefühle bekommen und die Wirklichkeit vergessen.
der Nazi, -s = die Leute von Adolf Hitler.
der Neonazi, -s = Leute, die heute so denken wie Adolf Hitler.
das Verbrchen, - = eine böse Tat / Eine Tat, durch die eine andere Person große Probleme bekommt.
zwar .... aber ..... = es stimmt, dass ....., aber...
verstckt = so, dass man es nicht sofort sieht.
der Wnsch, ̈- e = etwas, das man gerne bekommen möchte.
gercht = fair / so, dass jeder bekommt, was er bekommen sollte.
die Gerchtigkeit (nur Singular) = (Substantiv von "gerecht")
trtzdem = obwohl es so ist...
der Trnd, -s = die Mode / die Art, wie viele Leute etwas tun.

sich um etwas kümmern = etwas beachten / auf etwas aufpassen.
plitisch aktiv sein = politische Arbeit machen, aber nicht als Beruf.

sich engagieren (lies: ongaschieren)  = (~ für) für eine Person, eine Gruppe oder eine Idee viel tun / (~ gegen) viel tun, damit eine Idee oder eine Aktion nicht groß werden kann.
reaktionär = politisch rückwärts orientiert / so, dass man sich eine frühere Zeit zurück wünscht, wo starke Männer alleine die Welt regiert haben.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
singen sie gerne?
Haben Volkslieder in Ihrem Land eine besondere Bedeutung?
Schreiben Sie einen Kommentar!
Hier unten ist Platz ⇓